Archive for Februar 2010

haGalil … ganz heuchlerisch

23. Februar 2010

haGalil  schwärmt für das US-amerikanische Gegenstück zu den antizionistischen und antiisraelischen Phantomkonstrukt „Jüdische Stimmen für einen gerchten Wurstsalat“, der Medienkreation „J Street“. Jetzt empört man sich, das die Pseudoorganisation vom israelischen Außenministerium angeblich „boykottiert“ werde.

Dass die israelische Regierung die Organisation boykottiert, nur weil sie andere Positionen vertrete, sei ein beispielloses Vorgehen, so Yehuda Ben Meir.

Solche Sätze ausgerechnet bei haGalil zu lesen ist sehr überraschend. Wenn es nämlich um unliebsame Vereine, Personen oder Websiten geht, die so gar nicht der ideologischen Linie entsprechen und zudem als potentiell „geschäftsschädigende Konkurrenz“ empfunden werden, wird nicht nur „boykottiert“, sondern agitiert und gehezt was das Zeug hält. Ehemalige Partnervereine können ein Lied über das Gebahren singen, mit dem gegen vermeintliche „Feinde“ vorgegangen wird.

Artikel:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/23/jstreet-2/

haGalil – ganz gaga …

19. Februar 2010

„Antisemitismus ist es, wenn man Israel etwas vorwirft, was man sonst niemandem vorwirft.“ (Henryk M. Broder Bestellerautor, Journalist bei SPIEGEL, WELTWOCHE, Tagesspiegel und Jüdische Allgemeine).

Die Regierung in Israel diskutiert über eine Reform des Wahlrechtes, das im Ausland lebenden israelischen Staatsbürgern die Möglichkeit gibt, per Briefwahl an der Wahlteilnehmen. Nichts besonderes also, fast alle parlamentarischen Demokratien auf der Welt machen das auch so.

Nichts besonderes? Lesen Sie, was haGalil daraus macht:

Die Idee der beiden revisionistischen Parteien Likud und Israel Beitenu, sich neue Wählerschichten zu erschließen, indem man auch im Ausland lebenden Israelis das Wahlrecht, per Briefwahl, zugesteht, trifft bei den anderen Parteien, außer den National-Religiösen, auf wenig Gegenliebe…

Also eine „Verschwörung“ der „rechten Regierung“? Nicht nur. haGalil enthüllt finstere Kreisen, eine internationale Weltverschwörung u.a. an der Ostküste der USA steckt hinter dem Plan einer Wahlrechtsreform:

Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt, doch es ist bekannt, dass viele der extremsten Vertreter einer harten Linie im Ausland leben. Man gibt gerne Millionen für Siedlungsprojekte, ob Har Homa oder Ariel, und wenn daraufhin das ganze Land in Flammen aufgeht, ist das sicher bedauerlich, aber immerhin ist man selbst, samt den eigenen Kindern, davon weniger betroffen. Im Gegenteil, bei manchen dieser Couch-Patrioten hat man den Eindruck, dass ihr eigenes beschaulich-langweiliges Leben durch israelische Helden- und Schreckensgeschichten erst die rechte Würze bekommt.

Ob sie wirklich die Mehrheit sind, kann indes niemand zuverlässig sagen. Es mag so erscheinen, weil die Überzeuger der Überzeugten nicht diskutieren, sondern bestenfalls brillieren und sich gegenseitig applaudieren. Die Rechthaberei wird zum Programm. Natürlich könnten “die Linken” gegensteuern, doch wenn Anhänger des Links-Zionismus Positionen der israelisch-sozialdemokratischen MeReZ vertreten, wird ihnen ganz schnell klar gemacht, dass Diskussionen nicht erwünscht sind, jedenfalls keine mit unterschiedlichen Meinungen, da man im Ausland nur die Positionen der Rechten vertreten darf. Von der heimischen Couch aus, ob in München, Manchester oder Miami, darf man zwar zum Krieg aufrufen, aber nicht zu Verhandlungen. Man darf den Siedlungsbau unterstützen, aber nicht den Abzug. Da solche Positionen auch von Vertretern der Botschaft, die eigentlich allen Israelis verpflichtet ist, vertreten wird, entstand eine Schieflage, in der “pro Israel” fast schon mit “pro Likud” verwechselt werden kann.

Was man aber bei haGalil nicht wissen will – weil es nicht sein kann, was nicht sein darf und Linksaußen immer schon Probleme hatten, die Ergebnisse freier Wahlen anzuerkennen – so wie in der Bundesrepublik Deutschland und immer mehr europäischen Ländern, so hat auch in Israel bei den letzten Parlamentswahlen nicht das ultralinke Lager gewonnen,  sondern das bürgerliche Lage verbuchte einen riesigen Wahlerfolg. Und den Meinungsumfragen der letzten Tagen folgend, würde diese Mehrheit heute noch fulminanter ausfallen. Die „stärkste“ linke Partei, die Sozialdemokraten, kamen bei den letzten Parlamentswahlen auf Platz 4, heute würden sie mit etwa 6 bis 7 Prozent der Stimmen nur noch Platz 5 erreichen.

Auch die Leser von haGalil sind offener und fortschrittlicher als die Macher: Rund 62 Prozent sind auf der Online-Umfrageseite zu diesem Thema bei haGalil für die Pläne der bürgerlichen Regierung.  Die geringer werdende Leserschaft beim Familienprojekt scheint sich nicht vorschreiben lassen zu wollen, wie es zu denken hat.

Das ganze Glanzstück des „demokratischen Verständnisses“ finden Sie hier:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/17/wahlen/

Alles „ganz Rechte“ … außer Mutti natürlich

16. Februar 2010

Am 15. 2. 2010 veröffentlicht haGalil einen Artikel unter der Überschrift

Israels neue Aussenpolitik: Auferstehung und Revision

Wie bereits öfters geschehen bei haGalil, wird eine Banalität,  wie sie in allen demokratischen Ländern öfters vorkommen, zu einem „Skandal“ stilisiert. Nicht wegen des Vorgangs. Sondern weil der Außenminister eben Lieberman heisst und dieser für Linke und Linksextremisten ein rotes Tuch ist. Ein Angestellter des Außenministeriums hat gekündigt, weil er mit der Politik des Amtschefs nicht einverstanden ist. Nichts aussergewöhnliches.
Interessant und zugleich bezeichnend ist aber folgender Satz in diesem Artikel:

… wie die derzeitige Amtsführung Israel weltweit schweren Schaden zufügt. Und dies unter dem Beifall einer Horde fanatischer Rechtsaußen, die weltweit vorgeben Israel zu repräsentieren und jeden der ihnen nicht beipflichtet angreifen.

Irgendwie fehlt nur noch der Buchtipp „Die Israel-Lobby“ als I-Tüpfelchen. Aber es ist eine bekannte Methode, mit dem Kampfbegriff „Rechts“ und „Horden“ Menschen mit einer anderen Meinung zu diskreditieren. Dabei scheint man auch anderen vorzuwerfen, was bei einem selber anzutreffen ist: Der Hang, sich selber als „die jüdische Stimme“ darzustellen. Das dies mit der Realität nichts zu tun hat, zeigte nicht nur der Ausgang der Knesset-Wahlen vor einem Jahr, sondern auch sämtlöiche aktuellen Meinungsumfragen, die durchgängige hohe Zuspruchswerte für die „rechte“ Regierung ausweisen. Interessant auch: Zu dem Text liefert haGalil weder eine Quellenangabe, von wem der Text übernommen wurde, noch Angaben zum Autoren des Textes. Das man bei haGalil unversöhnlich auf jeden reagiert, der nicht dem eigenen Weltbild entspricht, mussten in der Vergangenheit bereits der jüdisch-christliche Bildungsverein Tacheles reden! und die Organisatoren des Israel-Tages in Deutschland erfahren.

Und man will auch nicht den Unmut darüber verbergen, das Israels Außenminister der Bekmäpfung des Antisemitismus ein besonderes Gewicht gibt:

Er ist stolz darauf an den Errungenschaften Liebermanns teilhaben zu dürfen: Israel ist Mitglied der OECD, hält gemeinsame Regierungssitzungen mit Frau Merkel, konnte neue Vertretungen eröffnen. Liebermann wurde überall freundlich empfangen. Und Liebermann wird den Kampf gegen den neuen Antisemitismus anführen. Kritik, so Ayalon ist nicht angebracht: “Außenpolitik ist nach Ergebnissen zu messen. Die Politik der ‘Null-Toleranz’ für Antisemitismus und die De-Legitimation Israels, beweist sich bereits. Wir haben ganz neue Stoßrichtungen, neue Prioritäten und neue Verbündete. Diese neuen Koalitionen sind eine langfristige Investition, die sich schon jetzt bewährt. Endlich gibt es in Jerusalem wieder Außenpolitik!“

Der ganze Artikel:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/15/liebermann-6/

haGalil und der organisierte Linksextremismus (II)

14. Februar 2010

Neben einem Führungskader einer kommunistischen Organisation im Schreibkader, gibt es weitere Verbindungen von haGalil zum organisierten Linksextremismus: Antifa Stuff und Ulla Jelpke.

Antifa Stuff: Lange Zeit konnte man bei haGalil Werbebanner für den Internetshop Antifa Stuff bewundern. Antifa Stuff gehört zur „Antifaschistischen Linken Berlin“ (ALB). Die ALB ist Bestandteil der gewaltbereiten, militanten Szene in Berlin. Führende Vertreter der ALB rechtfertigen öffentlich linksextreme Gewalttaten wie am 1. Mai in Berlin oder die Brandstiftungen gegen Privat-PKWs in Kreuzberg und Friedrichshainm als „sozialen Kampf gegen Ausgrenzung“. Bei haGalil stört man sich scheinbar nicht daran …

Ulla Jelpke: Gerne, unkommentiert und ungekürzt werden bei haGalil die Erklärungen der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke veröffentlicht. Jelpke, MdB zuerst der PDS, jetzt der „Linkspartei“, war Gründungsmitglied des „Kommunistischen Bundes“ (KB), einer Organisation, die sich explizit zu Stalin bekennt. Sie war auch Mitbegründerin der Zeitung „Arbeiterkampf“ (heute „analyse und kritik“). Innerhalb der „Linkspartei“ gehört Jelpke zum radikal-fundamentalistischen Flügel der Partei. Daneben ist sie gern gesehene Rednerin auf anti-israelischen Kundgebungen, die von Symphatisanten der terroristischen Organisationen Hisbullah und Hamas organisiert und dominiert werden. Das auf solchen Kundgebungen „Tod Israel“ und „Juden raus“ skandiert wird, stört Ulla Jelpke nicht. Und das Ulla Jelpke bei solchen Kundgebungen redet, stört haGalil wiederrum nicht.

Der Holocaust-Gedenktag – ein „Segen für Israels Propaganda“

10. Februar 2010

Am 2. Februar veröffentlichte haGalil einen besonders zynischen Kommentar zum Holocaust-Gedenktag. Zwar gibt man an, es handle sich um eine Übersetzung aus der linksgerichteten Zeitung „Haaretz“, allerdings ist es keine autorisierte Übersetzung, über die Authenzität ist nichts bekannt. haGalil macht sich den Inhalt zu eigen, da keine Kommentierung durch Herausgeber und Redaktion erfolgte. In bestimmten Kreisen wurde der Text auf dem „jüdischen Onlinemagazin“ mit Begeisterung und Genugtuung zur Kenntnis genommen.

Israels Großkopfete griffen in der Abenddämmerung auf breiter Front an. Der Präsident in Deutschland, der Premierminister mit einem riesigen Gefolge in Polen, der Außenminister in Ungarn, sein Vertreter in der Slowakei, der Kultusminister in Frankreich, der Informationsminister bei den UN und sogar das drusische Likudmitglied Ayoob Kara in Italien. Sie waren alle dort, um Reden über den Holocaust zu halten…

Während die Welt sich zum Holocaust-Gedenktag in betroffener Gestik erging und freundliche Worte für die israelischen Besucher fand, warnt Gideon Levy in haArez davor, hinter schwülstigen Reden und Solidaritätsbekundungen die Dringlichkeit gegenwärtiger Probleme zu übersehen. Der 27. Januar mag ein Segen für Israels Propaganda gewesen sein, der Effekt ist aber schnell vergessen.

Am vergangenen Mittwoch war der Internationale Holocaust-Gedenktag. Eine so eindrucksvolle PR-Tournee hat es schon lange nicht gegeben. Ich weiss nicht, ob überhaupt jemals soviele Minister über den ganzen Globus verteilt waren.

Quelle: http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/02/immigration/

haGalil und der organisierte Linksextremismus (I)

9. Februar 2010

Gerne gibt sich haGalil ein „ausgewogenes“ und „demokratisches Image“, tatsächlich aber ist haGalil eng mit dem organisierten Linksextremismus nicht nur in Israel, sondern gerade auch in der Bundesrepublik Deutschland verbunden.

Beispiel 1: Max Brym

Max Brym gehört zum „Schreib-Kader“ von haGalil und darf auch schonmal als Vertreter von haGalil öffentlich auftreten. So etwa bei den Münchner „haGalil Soliwochen“, in deren Rahmen auch eine Podiumsdiskussion mit dem haGalil-Herausgeber David Gall und Vertretern vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen Organisationen. Brym´s Vortrag wurde wie folgt angekündigt:

Max Brym -Mitarbeiter von haGalil- wird in einem kurzen Einführungsreferat über die Arbeit von haGalil und den Stand der Auseinandersetzung informieren.

Quelle: http://www.ak-antisemitismus.de/postings/hagalil-soli-woche-veranstaltungen-in-munchen

Max Brym hat eine lange, steile Karriere im Hardcore-Linksextremismus hinter sich. Zunächst war er im stalinistischen Milieu unterwegs und durfte sogar in das damalige Mekka der Stalin-Fans, in das Albanien des Enver Hodcha, reisen und als Angehöriger eines exklusiven, handverlesenen Kaderkreises einem Vortrag des Gewaltherrschers Enver Hodcha über „Strategien“ lauschen. Irgendwann welchselte er zur härteste4n Konkurrenz der Stalinisten innerhalb des kommunistischen Bereichs, den Trotzkismus. Hier war er zunächst bei „Internationalen Marxisten“, dann war er Kader des „Revolutionär Sozialistischen Bundes“ (RSB), bevor er zur innertrotzkistischen Konkurrenzorganisation „Sozialistische Alternative“ (SAV) wechselte. Gemäß ihrer Ideologie strebt die SAV die Überwindung der bürgerlichen, parlamentarischen Demokratie und die Errichtung einer „sozialistischen Demokratie“, so bezeichnet die SAV die „Diktatur des Proletariats“, an. Schnell stieg Brym in der SAV auf und wurde sogar Mitglied des SAV-Bundesvorstandes, also Spitzenfunktio9när auf Bundesebene.

2008 kandidierte der SAV-Bundesvorständler und haGalil-Mitarbeiter für die PDS-Nachfolgepartei „Die Linke“ bei den bayerischen Landtagswahlen. Auf der Website Abgeordnetenwatch.de wurde er gefragt:

Sehr geehrter Herr Brym,

die kommunistische Internetzeitung „Kommunisten-online.de“ schreibt unter dem Artikel „Trotzkistisches Verwirrspiel“:
„Brym … ist ein wichtiger Mann in der SAV in Bayern …“.

Laut Wikipedia versteht sich die Sozialistische Alternative (SAV) selbst als „revolutionäre, sozialistische Organisation in der Tradition von Marx, Engels, Lenin. Trotzki, Luxemburg und Liebknecht“. Zitat: „Sie steht für Gegenwehr, Solidarität und Sozialismus. … Sie agitiert gegen die bürgerlich-parlamentarische Ordnung und die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. … Vom deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz wird die SAV als linksextremistisch eingestuft und beobachtet.“.

Was veranlasst Sie jetzt plötzlich, das von der SAV bekämpfte parlamentarische System zu nutzen und für den bayerischen Landtag zu kandidieren?

Haben Sie Ihrer Grundüberzeugung abgeschworen?

Seine Antwort:

ich bin ich Mitglied der SAV (Sozialistische Alternative) und Mitglied der Partei “ Die Linke“.  …. Die SAV kämpft für eine positive Überwindung des Kapitalismus, für eine sozialistische Demokratie,  …. Nur die „Linke“ steht gegen Hartz IV und die Agenda 2010 Politik, nur die „Linke“ fordert die Abschaffung der Rente mit 67 und ist für den sofortigen Abzug der Truppen aus Afghanistan. Die Debatte über den Mindestlohn kam nur wegen dem Wirken der „Linken“ zustande Deshalb bin ich Mitglied der Linken und will für diese Partei in das Parlament. Das Parlament betrachte ich als eine wichtige Tribüne

Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/max_brym-120-16718.html#questions

Zuletzt durfte der Kommunist Brym im Oktober 2009 auf haGalil einen von vielen als antisemitischen Hetzartikel empfunden Text gegen Israel und die israelische Regierung publizieren:

http://www.hagalil.com/archiv/2009/10/06/kosova/

Brym ist indes nur die „Spitze des linksextremistischen Eisberges“ bei haGalil – weswegen dieser Serie leider in den nächsten Tagen fortgesetzt werden muss.

In einem aktuellen auf haGalil veröffentlichten Artikel wird sich darüber erregt, das es Überlegungen gibt, Organisationen, die mit Steuergeldern gegen Rechtsextremismus aktiv sindm dahin gehend überprüfen zu lassen, das es sich hierbei um demokratische Organisationen handelt und nicht um linksextremistische Organisationen, die die Steuergelder für den Kampf gegen Rechtsextremismus in Wahrheit zum Kampf gegen die demokratische Grundordnung mißbrauchen. Das man sich bei haGalil hierrüber erregt, ist mehr als verständlich. Neben den sachlichen, fachlichen und formalen Gründen, die eine Förderung haGalils mit Steuergeldern unmöglich machen, könnten dann auch verfassungsrechtliche Gründe hinzukommen, da sich die Frage aufdränkt, inwiefern haGalil dem Linksextremismus zumindest tendenziell zuzurechnen ist.

Anzumerken ist: Die SAV unterstützt immer wieder anti-israelische Demonstrationen, die aus dem Umfeld von Hamas- und Hizbullah-Anhängern organisiert werden und bei denen Parolen wie „Tod, Tod, Israel“ und „Juden raus“ gerufen werden.

Will Gott, daß Sie ihr Geld haGalil spenden?

8. Februar 2010

Es gibt nur wenige, die so intensiv, so penetrant um Geld betteln, wie das seit Jahren haGalil betreibt. Seit mehr als 7 Jahren wird behauptet, haGalil wäre auf „Notbetrieb“ gestellt, seit Jahren gibt es „dringende Spendenaufrufe“.

Allerdings wurde haGalil mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. Für den Zeitraum eines einzigen Jahres gab es 100.000 DM. Verkängerungs-, Folge- und Neuförderanträge wurden allerdings – nach den Erfahrungen diesen eines Jahres – aus sachlichen, fachlichen und formalen Gründen stets von verschiedenen Stellen unabhängig voneinander stets abgelehnt. Auch die Reaktionen seitens haGalil konnten die Ministerien und Förderstellen nicht umstimmen. Trotz einer auf der eigenen Website künstlich erzeugten Drohkulisse – bis hin zur Veröffentlichung unliebsamer Beamter mit Namen und Potraitfoto – nahm die breite Öffentlichkeit – einschließlich der jüdischen Gemeinschaft – keine oder kaum Notiz von dem von vielen als peinlich empfundenen Gezeter.

Zwischenzeitlich hat haGalil seinen Druck auf die Leser um Spenden erhöht – was man kaum für möglich gehalten hatte. Bei der von einem Rechtsanwalt bearbeitete Serie „Ask the Rabbi“ heißt es wörtlich:

Herr Dr. Miller übt seine Arbeit im Rahmen von haGalil ehrenamtlich aus. Das ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem würde er es begrüßen, wenn Sie unseren Spendenaufruf berücksichtigen könnten. Nach jüdischer Lehre ist die Spende für Bedürftige oder für einen guten Zweck eine Mizva, ein religiöses Gebot, das im Himmel als gute Tat berücksichtigt wird.

Während der Katastrophe des Jahrhunderterdbebens in Haiti gab es keinen einzigen Spenden- oder Hilfeaufruf für die Opfer auf den Seiten von haGalil, auch die israelischen Hilfsmannschaften, die fast übermenschliches leisteten in Haiti, warteten vergebens auf einen Aufruf zur Unterstützung ihrer Arbeit oder auch nur eine Würdigung ihrer Hilfsleistungen auf den Seiten von haGalil.

Es ist auch nicht ersichtlich, wofür haGalil eigentlich Geld braucht.Für Recherche, journalistische Arbeit oder Bildung kann es nicht sein. Über 90 Prozent der Nachrichten, die haGalil veröffentlicht, sind Zweit- oder Drittverwertungen, d.h. sie sind von anderen Medien übernommen worden, in der Regel kostenlos, da haGalil angeblich ein „ehrenamtliches Projekt“ sein soll. Artikel aus israelischen Zeitungen, ins Deutsche übersetzt, sind in der Regel dem Newsletter der israelischen Botschaft entnommen, der täglich solche übersetzten Artikel und Verlautbarungen der israelischen Regierung kostenlos (!) anbietet. Allerdings werden die Angebote aus dem Newsletter von haGalil nur sehr stark selektiert den Lesern zur Kenntnis gebracht. Da haGalil der israelischen Regierung schroff ablehnend und dem Staat Israel distanziert bis kritisch gegenübersteht, werden Meldungen, Nachrichten, Statements, die den eigenen ideologischen Richtlinien nicht entsprechen, zensiert.

Dennoch bleibt die Frage: Warum sollte man haGalil Geld spenden, wofür? Und: Warum fühltman sich bei dem zitierten Spendenbefehl so sehr an die Methoden religiöser und Psychosekten erinnert?

Quelle:

http://www.hagalil.com/judentum/rabbi/index.htm

Instrumentalisiert Israel den Holocaust?

7. Februar 2010

Am 5. Februar veröffentlicht haGalil die Übersetzung eines Artikels, den haGalil wie folgt auf der Startseite ankündigt:

Auschwitz:
Damals und für immer und ewig
Unsere Truppen attackierten im Morgengrauen in einem kombinierten dreiköpfigen Angriffszug: Staatspräsident Peres zündete eine Kerze am Gleis 17 in Berlin an, das Ehepaar Netanjahu legte einen Kranz am Umschlagplatz in Warschau nieder und zur selben Zeit, als Teil des strategischen Schachzugs, nahm eine zehnköpfige Delegation israelischer Abgeordneter vor den Toren von Auschwitz Stellung…

Weiter heisst es auf der haGalil-Seite in dem übersetzten Artikel:

Europa ist in unserer Hand. Wie fasste es Frau Sarah Netanjahu doch so schön im Gästebuch des Museums in Warschau zusammen: „Von Jerusalem nach Warschau, und von Warschau nach Jerusalem – das jüdische Volk lebt.“ Danach bewegten sich unsere Truppen auf das nächste, unvermeidliche Ziel zu: Dringende Treffen mit ihren Gastgebern zum Thema iranische Atombewaffnung. Es handelt sich um die passende Fortsetzung eines stürmischen Jahres: Bei der UN-Vollversammlung wedelte Netanjahu mit den Auschwitz-Bauplänen und griff gleich danach Ahmadinedschad an.

Der vollständige Artikel bei haGalil:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/05/auschwitz-2/

Haiti-Einsatz – nur eine Show?

6. Februar 2010

Nicht nur im relativen Verhältnis zu seiner Größe und und seiner Einwohnerzahl, sondern auch im unmittelbaren Vergleich, hat kaum ein anderer Staat so umfassend und profisionell, und gleichzeitig so schnell den Erdbebenopfern in Haiti geholfen, wie dies der Staat Israel tat. Die israelische Armee leistete vorbildliche Arbeit und vollbrachte nahezu übermenschliche Leistungen, so die Berichte von Menschen, die die Hilfsarbeit direkt vor Ort erlebten.

Bei haGalil fand man kaum Berichte zu diesem Einsatz – sie passen nicht in die „Generallinie“ der Herausgeber und Mitarbeiter. Stattdessen fand der erstunte Internetuser folgenden Vorschautext zu einem Artikel  auf der Startseite von haGalil:

Das hässliche Gesicht von Gaza verbergen:
Mitleid in Haiti
Wer behauptet denn, dass wir uns in unserer Tel Aviver Seifenblase verstecken. Wie viele kleine von Feinden umgebene Länder stellen Feldlazarette auf die andere Seite der Welt?…

Suggeriert wird damit, das der humanitäre Einsatz der Israelis in Haiti nichts anderes war, als ein Ablenkungsmanöver von den Zuständen in Gaza, für die – offenbar aus der Sicht haGalils – nicht die Terrororganisation Hamas, sondern die Israelis Verantwortlich zu machen sind.

Weiter heißt es in dem Beitrag zynisch:

Man gebe uns ein Erdbeben in Haiti, einen Tsunami in Thailand oder einen Terrorangriff in Kenia und der Sprecher unserer Armee, der IDF, wird triumphieren. Ein Frachtflugzeug wird sich immer finden, um Armeejournalisten einzufliegen, die über unsere feinen jungen Leute von der Heimatfront berichten werden.

Und an anderer Stelle wird, fast in der gleichen Wortwahl islamistischer Websiten, geschrieben:

Aber die bemerkenswerte Identifizierung mit den Opfern der schrecklichen Tragödie im entfernten Haiti unterstreicht nur die Gleichgültigkeit gegenüber dem andauernden Leiden des Volkes vom Gazastreifen. Kaum ein Stunde Fahrt von den Büros von Israels großen Zeitungen, werden 1,5 Mill. Menschen seit 2 1/2 Jahren auf einer Wüsteninsel belagert. Wer macht sich Sorgen um 80% der Männer, Frauen und Kinder, die in unserer Nähe wohnen und unterhalb die Armutslinie gefallen sind. Wie viele Israelis wissen, dass die Hälfte der Bevölkerung von Hilfsorganisationen abhängig ist, dass der Krieg im Winter 08/09 Hunderte von Amputierten geschaffen hat, dass die Abwässer ungereinigt über die Straßen ins Meer fließen?

Was haGalil in diesem Zusammenhang unterschlägt: Während des Gazakrieges wurde die Zivilbevölkerung im Gaza durch die israelische Armee durch Flugblätter, Radiodurchsagen und SMS-Nachrichten vor den bevorstehenden Angriffen gewarnt. Während und nach dem Gazakrieg unterhielt Israel unmittelbar an der Grenze zum Gazastreifen Not-Ambulanzen, um verwundete Zivilisten aus dem Gazastreifen zu versorgen.

Den ganzen Artikel kann man hier lesen:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/02/gaza-9/