Haiti-Einsatz – nur eine Show?

Nicht nur im relativen Verhältnis zu seiner Größe und und seiner Einwohnerzahl, sondern auch im unmittelbaren Vergleich, hat kaum ein anderer Staat so umfassend und profisionell, und gleichzeitig so schnell den Erdbebenopfern in Haiti geholfen, wie dies der Staat Israel tat. Die israelische Armee leistete vorbildliche Arbeit und vollbrachte nahezu übermenschliche Leistungen, so die Berichte von Menschen, die die Hilfsarbeit direkt vor Ort erlebten.

Bei haGalil fand man kaum Berichte zu diesem Einsatz – sie passen nicht in die „Generallinie“ der Herausgeber und Mitarbeiter. Stattdessen fand der erstunte Internetuser folgenden Vorschautext zu einem Artikel  auf der Startseite von haGalil:

Das hässliche Gesicht von Gaza verbergen:
Mitleid in Haiti
Wer behauptet denn, dass wir uns in unserer Tel Aviver Seifenblase verstecken. Wie viele kleine von Feinden umgebene Länder stellen Feldlazarette auf die andere Seite der Welt?…

Suggeriert wird damit, das der humanitäre Einsatz der Israelis in Haiti nichts anderes war, als ein Ablenkungsmanöver von den Zuständen in Gaza, für die – offenbar aus der Sicht haGalils – nicht die Terrororganisation Hamas, sondern die Israelis Verantwortlich zu machen sind.

Weiter heißt es in dem Beitrag zynisch:

Man gebe uns ein Erdbeben in Haiti, einen Tsunami in Thailand oder einen Terrorangriff in Kenia und der Sprecher unserer Armee, der IDF, wird triumphieren. Ein Frachtflugzeug wird sich immer finden, um Armeejournalisten einzufliegen, die über unsere feinen jungen Leute von der Heimatfront berichten werden.

Und an anderer Stelle wird, fast in der gleichen Wortwahl islamistischer Websiten, geschrieben:

Aber die bemerkenswerte Identifizierung mit den Opfern der schrecklichen Tragödie im entfernten Haiti unterstreicht nur die Gleichgültigkeit gegenüber dem andauernden Leiden des Volkes vom Gazastreifen. Kaum ein Stunde Fahrt von den Büros von Israels großen Zeitungen, werden 1,5 Mill. Menschen seit 2 1/2 Jahren auf einer Wüsteninsel belagert. Wer macht sich Sorgen um 80% der Männer, Frauen und Kinder, die in unserer Nähe wohnen und unterhalb die Armutslinie gefallen sind. Wie viele Israelis wissen, dass die Hälfte der Bevölkerung von Hilfsorganisationen abhängig ist, dass der Krieg im Winter 08/09 Hunderte von Amputierten geschaffen hat, dass die Abwässer ungereinigt über die Straßen ins Meer fließen?

Was haGalil in diesem Zusammenhang unterschlägt: Während des Gazakrieges wurde die Zivilbevölkerung im Gaza durch die israelische Armee durch Flugblätter, Radiodurchsagen und SMS-Nachrichten vor den bevorstehenden Angriffen gewarnt. Während und nach dem Gazakrieg unterhielt Israel unmittelbar an der Grenze zum Gazastreifen Not-Ambulanzen, um verwundete Zivilisten aus dem Gazastreifen zu versorgen.

Den ganzen Artikel kann man hier lesen:

http://www.hagalil.com/archiv/2010/02/02/gaza-9/

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2 Antworten to “Haiti-Einsatz – nur eine Show?”

  1. Haiti: Heute Israel | Alex Ring Says:

    […] wird geschuftet, gearbeitet, gewerkelt und gemacht und getan, und dann muss ich folgendes lesen: Haiti-Einsatz – nur eine Show? Während sich amerikanische Weltstars, von denen ich teilweise nichts gehört habe, […]

  2. hagalilwatch Says:

    Wenn es so wäre, wie Sie es wahrnehmen, hätten Sie durchaus Recht. Aber: Zunächst ist es unsinn, eine Art Gleichheit zwischen „Rechts“ und „faschistisch“ zu suggerieren. Es ist eine Tragödie, das die Linke aus dem Antifaschismus einen Kampfbegriff zum Kampf gegen bürgerliche, konservative und demokratische Rechte gemacht hat.
    Zum Zweiten: haGalil hat hier einen Artikel unkommentiert übernommen und sich somit den Inhalt zu eigen gemacht. Eine Wiederspiegelung innerisraelischer Diskussionen ist es nicht, dazu hätte haGalil auch die „andere Seite“ zu Wort kommen lassen müssen – genau das passiert bei haGalil, wenn überhaupt, nur sehr selten und wenn es in das antizionistische Gesamtkonzept passt. haGalil berichtet einseitig, tendenziös und unterschlägt der Leserschaft oftmals viele und wichtige Informationen sowie den Standpunkt und die Statements der „anderen Seite“.

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