Mythos Besucherzahlen

Gerne behauptet haGalil, es wäre angeblich das „größte jüdische Onlinemagazin Europas“. Als Grundlage für diese Behauptung wird die Zahl von angeblichrund 10.000 Besucher am Tag genannt. Lüge oder Wahrheit?

Sieht man sich bei haGalil unter der Rubrik „Mediadaten“ um, fällt sofort auf:

Die veröffentlichte Alexa-Statistik reicht bis 2005, dann ist Ende. Um auf aktuellere Zahlen zu kommen, muss man suchen und weiterklicken um dann auf eine selbergebastelte Graphik zu kommen.

Tatsächlich hatte haGalil bis vor 6 Jahren durchaus bis zu 15.000 Leser am Tag. Das hat nichts mit Grünwald oder erwerbslosen Hausfrauen in Heidelberg zu tun. Bekannt wurde haGalil durch das Meldeformular gegen rechtsextreme Seiten und einen Artikel über den damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hohmann. Beides wurde von dem zwischenzeitlich verstorbenen Klaus Parker erarbeitet und – im Falle des Meldeformulars – betreut. Als er es indes einmal wagte, dem Patriachen Gall zu widersprechen, wurde er hinausgemobbt. Obwohl haGalil auch und gerade mit dem Meldeformular auf Betteltouren ging, sah Klaus Parker für seine Arbeit übrigens nie einen Pfenning oder Cent. Nach seinem Tod veröffentlichte Gall auf haGalil intime Details aus dem Privatleben von Klaus Parker, was von den Nazis dankbar aufgeriffen und im Internet auf neonazistischen Seiten weiterverbreitet wurde. Kein W“under, das Witwe und Hinterbliebene von Klaus Parker die Macher von haGalil nicht nur nicht zur Beerdigung einluden, sondern ihnen auch mitteilen ließen, das sie als unerwünschte Personen explizit ausgeladen sind.

Wir werden demnächst detalierter hierüber berichten.

Wie hoch sind die Zugriffszahlen aber nun wirklich?

Zunächst muss ein Taschenspielertrick von haGalil erklärt werden:

Auch die bis zu 15.000 Besucher am Tag vor über einem halben Jahrzehnt waren – und die heutigen Besucher sind es auch nicht – nicht Besucher, die die Startseite von haGalil besuchten und von dort aus aktuelle Artikel aufriefen. Die Zahl der Besucher entspricht der Zahl aller Besucher auf dem Server von haGalil, auf dem über ein Dutzend Websiten gehostet werden, u.a. „klick-nach-rechts.de“ als Nachahmung des seriösen Magazins „Blick nach rechts“ oder nahsot-politik.de oder antisemitismus.net . Enthalten sind auch alle Besucher, die über Suchmaschienen ältere Artikel aus dem Archiv gelesen haben. Wenn man bei Googel die Suchbegriffe Judentum, Koscher, Torah oder Talmud eingibt, kommt relativ schnell auf angebotene Seiten aus dem umfangreichen Textarchiv von haGalil und den gut 15 Nebendomains.

Jetzt gibt haGalil selber in einer selbstgebastelten Graphik zu, das von 2008 bis 2009 die Zahl der Seitenaufrufe um ein Drittel zurückgegangen sind. Wenn man verschiedene Rankinglisten zu Rate zieht, kommt man zu dem Schluß, die Besucherzahlen des Server haGalil zwischenzeitlich auf wta 2.000/Tag abgefallen ist – ein Trend, der seit gut 2 Jahren anhält.

Wieviele davon aber sind Leser von haGalil, besuchen also die Startseite und von dort die (kaum noch vorhandenen) aktuellen Artikel?

Ein Experten vonder Redaktion einer führenden Computer- und Internetzeitschrift, schätzt die Zahl der realen haGalil-Besucher auf „deutlich unter 1.000“ am Tag ein.

Und dafür gibt es zwei stichhaltige Indizien:

Vor etwa 8 Monaten ersetzte haGalil sein veraltetes und kaum zeitgemäßes Forum durch ein neues Forum – was mehr über die tatsächliche Relevanz von haGalil offenbarte, als den Machern lieb sein dürfte: Am heutigen Tag hat das Forum von haGalil.com sage und schreibe 152 Benutzer (sic!) von denen gerade einmal 45 (!!) aktive Benutzer sind. – und das nach gut 8 Monaten!

Die Kommentarfunktion unter den Artikeln wird kaum genutzt, bei den wenigen Artikeln, die kommentiert werden, fällt auf, das es im wesentlichen immer die gleichen Usernamen sind, die auftauchen, im Ganzen weniger als 10 verschiedene Usernamen, die regelmäßig auftauchen. In mehreren Internetblogs beklagen sich ehemalige haGalil-User, das ihre Kommentare ohne Rücksprache von den Machern von haGalil nachträglich inhaltlich verändert worden seien. Da ist es dann nicht ganz abwegig, das sich hinter manchem fleißigen „Kommentarschreiber“ vielleicht doch auch Personen verbergen, die eigentlich zu den Machern gehören.

Daneben gibt es – wie uns um einige Ecken herum zugetragen wurde – auch eine Einschätzung der Staatsanwaltschaft München bezüglich der „Relevanz und Resonanz“, die haGalil real hat und im krassen Widerspruch zu den Eigenbehauptungen steht. Sobald wir hier nähere Informationen haben, werden wir natürlich darüber berichten.

Ein weiterer Punkt ist:

Die Zahl der täglichen Artikel ist stark rückläufig, immer öfters gibt es sogar tagelang keinen neuen Artikel. Die wenigen Artikel aber sind zu etwa 80 Prozent Zweit- oder Drittveröffentlichungen – d.h. die betreffenden Artikel waren vorher, bevor sie bei haGalil veröffentlicht wurden, bereits auf zwei oder drei anderen Websiten erschienen. haGalil hat also faktisch kaum Autoren, die haGalil als so wichtig erachten, das sie dort ihre Artikel exklusiv oder zumindest als erstes veröffentlichen.

Die Motivation, mit Phantasiezahlen zu operieren, dürfte zum einem der egomanische Geltungsdrang der Macher sein und zum anderen das Geld – der versuch, Werbekunden zu locken, was aber ebenfalls kaum bis gar nicht von Erfolg beschieden ist. Fast ausschließlich finden sich auf haGalil lediglich Werbebanner von sog. Partnerprogrammen oder für eigene Produkte.

Wer will schon auf einer Website für teuer Geld werben, die es gerade mal auf 45 aktive Forumsteilnehmer bringt?

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Dankenswerter Weise haben wir Hinweise bekommen zu einem dubiosen „haGalil Förderverein e.V.“ in Berlin. Wer hier noch Informationen hat oder sachdienliche Hinweise geben kann, möge uns bitte über die Kommentarfunktion informieren, die entsprechenden Kommentare werden nicht freigeschaltet und die Informationen vertraulich behandelt.

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2 Antworten to “Mythos Besucherzahlen”

  1. Mr. X Says:

    Sind Ihnen Hinweise zu einem immer noch andauernden 2-jährigen Rechtsstreit der Hagalil bekannt, der unter anderem zum Niedergang des Forums geführt hat? Ein ganz heißes Eisen, kann ich Ihnen nur sagen 🙂

  2. nochwas Says:

    Der haGalil Förderverein ist absolut harmlos. War eine Möglichkeit für Leute haGalil zu unterstützen und eine Spendenquittung zu bekommen. Vorsitzender war Klaus Parker.

    Viel interessanter ist der Verein Tacheles reden. Der wurde von einigen Herrschaften gegründet als es mit der feindlichen Übernahme des haGalil Vereins nichts wurde. Vorsitzender: Christian Jellinek – inzwischen Chajm Jellinek.

    Die Anträge für die Fördermittel liefen über diesen Verein. Und ein großer Teil der kohle blieb dort. Profitiert haben dort hauptsächlich Gudrun Schröter, Kirsten Döring und Tanja Kinzel: Alle wenig Ahnung von Antisemitismus und noch weniger von Judentum. Bis Ende des Förderzeitraums hatten die drei Damen zusammen knapp 50 Artikel verfaßt. Jede hatte eine Teilzeitstelle mit überdurchschnittlicher Dotierung. Und was ist geblieben von diesen Artikeln?

    Ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit!

    Die Beiträge von Frau Schröter über kulturellen Widerstand im Ghetto sind Teile ihrer Magisterarbeit, die schon vor Förderung bei haGalil eingestellt wurden.

    Klaus Parker hat keine Honorierung erhalten, obwohl im Förderantrag auch das Meldeformular enthalten war und auch gefördert worden ist.

    Ihm haben die Macher von haGalil erzählt, dass es öffentliche Förderung leider nur so minimal gäbe, dass man davon die Sicherheitssoftware finanzieren könne und ein kleines monatliches Honorar für Andrea Ü. heute Livnat.

    Erst als das Geschrei groß war, weil die öffentliche Förderung nicht fortgesetzt wurde, erfuhr Klaus Parker, dass während des Förderzeitraums so an die 400 000 Euronen für das Projekt OR über den Tisch gegangen sind.

    Und nachdem haGalil sich mit den Tacheles Leuten zerstritten hatte, da wurde auch noch ein Verein in München gegründet.

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